Porzellan
Der Entwurf
Zuerst entwickelt der Designer das Objekt mit Hilfe
von Zeichnungen und Papier- oder Tonmodellen. Diese setzt er dann in ein
erstes Gipsmodell um. Für alle runden Teile ist die Gipsdrehscheibe
hilfreich: Auf den Scheibenkopf setzt Ulrich Raupach einen Gipsrohling,
den er wie auf einer senkrechten Drechselbank bearbeitet. Es braucht viel
Erfahrung, um die richtige Form zu finden, denn die räumliche Wirkung
eines Objekts weicht oft verblüffend von der auf dem Reißbrett
ab. Auf dieselbe Weise muss anschließend ein etwas größeres
Modell angefertigt werden, denn der Porzellanrohstoff schwindet beim Trocknen
und Brennen außerordentlich.
Das Modell wird nun wieder in Gips eingebettet,
so dass eine teilbare Hohlform entsteht. In die trockene Gips-Hohlform
gießt man die zu flüssigem Brei aufgerührte Porzellanmasse.
Der trockene Gips der Hohlform saugt das Wasser aus dem Brei, so dass
sich eine festere Porzellanmassen-Schicht an der Innenseite der Form absetzt.
Nach ein paar Minuten wird die noch flüssige Masse aus dem Inneren
abgegossen, und die haftengebliebene Schicht im Innern der Form kann trocknen.
Nach ein paar Stunden wird der Rohling aus der Form genommen.
Schrühbrand
Das Porzellanstück wird nun verputzt und zum ersten Mal bei 800°C
gebrannt. Anschließend kann das Objekt bemalt werden - es handelt
sich dann um sogenannte Unterglasurmalerei.
Glasur
Soll das Porzellan eine glatte, glänzende Oberfläche erhalten,
wird es
glasiert, das heißt in einen dünnflüssigen Brei
aus Glasurmehl und Wasser getaucht oder mit diesem gespritzt. Charakteristisch
für viele Stücken aus unserer Manufaktur ist, dass wir z.B.
Teeschalen nur innen glasieren, dagegen außen die seidenmatte Naturoberfläche
unglasierten Porzellans belassen. Das erfordert äußerste Sorgfalt
bei der Glasur
Glattbrand
Die glasierten und getrockneten Stücke werden in den Ofen eingesetzt
und mit Gasbrennern langsam auf 1300°C erhitzt. Im Innern glüht
die Ware grellgelb. Ab 1000°C erfolgt dabei der sogenannte Reduktionsbrand,
bei dem im Ofen Sauerstoffmangel herrscht - am Abluftrohr brennt eine
blaue Flamme. Unter Sauerstoffmangel werden die Eisenoxide umgewandelt,
und das bis dahin beige Porzellan nimmt sein strahlendes Weiß an. Am nächsten Tag ist der Ofen abgekühlt
und kann geöffnet werden.
(Text von Heike und Ulrich Raupach, www.manufaktur-raupach.de, Aussteller im Engelshof im März 2005))



