Mokume Gane
Die Übersetzung aus dem Japanischen ist selbsterklärend, was die Optik betrifft: Holzgemasertes Metall
Angezogen von der Linienstruktur setzt sich der Betrachter damit auseinander, wie diese wohl entsteht. Die natürliche, optische Wirkung der Musterung birgt viel Elementares: schweißen, schmieden, glühen, in Wasser ablöschen, tordieren, tiefschneiden etc. erzählt viel vom langen Entstehungsprozess.
Als vielfach geschichtete Metallblöcke kommen die einzelnen Materialkombinationen zum Goldschmied. Dann wird es erst einmal laut, denn die innere Kristallstruktur wird durch gezieltes Schmieden erst einmal feinkörnig gemacht. Mannigfaltige Arbeitsprozesse führen im Weiteren dazu, dass dieses ordentlich aufeinander geschichtete Klötzchen verformt wird und die gewünschte Schmuckform annimmt. Die Vielzahl der Bearbeitungsvorgänge führt dazu, dass immer differenzierte Bilder entstehen.
Man kann nicht identisch arbeiten! Das ist der große Reiz an der Arbeit mit Mokume Gane und entspricht der japanischen Philosophie von Gestaltungsprozessen. Hohe Kunst trifft Eigendynamik, in diesem Spannungsfeld entstehen einzigartige Unikate.
Mokume Gane wurde von ca. 350 Jahren als Verzierung der Samuraischwerter verwendet. Die Klingen waren aus mehrlagig miteinander verschmiedetem Stahl gefertigt. In derselben Weise verband man Edelmetalle/Buntmetalle miteinander, um die Griffe damit zu verzieren. Nach einer Blütezeit verschwand die Technik aus dem Schmuckbereich und wurde vor noch nicht allzulanger Zeit wieder entdeckt.
Gisela Nicolaysen
im Oktober 2010 erstmals Ausstellerin im Bergischen Löwen



