Kölner Stadtanzeiger
Kunst und Kultur
Holz-Enten und Schokoseife
Von Jennifer Held, 13.11.08, 13:24h, aktualisiert
13.11.08, 13:27h
Ungewöhnliches und
altbewährtes Kunsthandwerk lockte viele Besucher nach Ensen-Westhoven.
Zum 29. Mal veranstaltete die Firma „Kunst und Kultur“ von
Dagmar Höhne-Heeger und Gabriela Heppekausen den Markt im Engelshof,
der zweimal im Jahr stattfindet.
Dirk
Ditlefsen gestaltet ausgefallene Skulpturen und Dämonen aus rotem
Ton. (Bild: Held)
Dirk Ditlefse gestaltet ausgefallene Skulpturen und Dämonen aus rotem
Ton. (Bild: Held)ENSEN/WESTHOVEN - Die Anregungen für seine skurrilen
und ausgefallenen Skulpturen und Dämonen erhält Dirk Ditlefse,
wenn er seine Mitmenschen beobachtet. Diese bannt er dann als Karikaturen
verfremdet in roten Ton. Zum ersten Mal stellte der Künstler jetzt
seine Arbeiten beim Kunsthandwerkermarkt im Engelshof aus. „Hier
steht die Kunst im Vordergrund, das hat mir sehr gefallen“, und
war auch der Grund, warum sich Ditlefse als Aussteller bewarb.
„Viele sind leider der Meinung, dass es sich um einen
Hobby- und Bastelmarkt handelt“, erläuterte Höhne-Heeger.
Allein dies sei schon Ansporn genug den Besuchern in jedem Jahr nicht
nur altbewährte, sondern auch neue Aussteller zu präsentieren.
Mit 30 Ausstellern war der erste Kunsthandwerkermarkt noch überschaubar
gewesen. Mittlerweile sind es 130 Aussteller, die den Besuchern einen
bunten Querschnitt durch das Kunsthandwerk bieten.
Die 3500 Besucher wurden an beiden Tagen schon am großen
Eingangstor des Engelshofes künstlerisch begrüßt. Eine
ganze Schar hölzerne Enten reckte ihre Köpfe den neugierigen
und amüsierten Besuchern entgegen. Die Tiere gehören zu Dirk
Jaehner aus Münster, der seit sieben Jahren seine Holzarbeiten auf
dem Handwerkermarkt anbietet.
Tolle Atmosphäre
Der Stand von Uwe Schäfers ist schon von weitem zu
riechen. Denn der Freiburger bietet handgemachte Seifen in insgesamt 27
verschiedenen Sorten an. „Jedes unserer Seifenstücke sieht
aufgrund der Handarbeit anders aus“, erläutert Schäfers,
während er einer Kundin Seife mit Schokoladenduft einpackt. Als große
Blöcke sind die Seifen mit Duftnoten wie Eukalyptus, Ringelblume,
Ingwer und Grapefruit auf dem Tisch drapiert. Die bunten Farben sorgen
dafür, dass nicht nur die Nase, sondern auch die Augen ihre Freude
daran haben.
Ihren Schmuck verkauft Designerin Monika Wellenshoch mittlerweile
seit zwölf Jahren auf dem Kunsthandwerkermarkt im Engelshof. „Die
Atmosphäre ist einfach toll, die Besucher sind sehr interessiert
und ich lerne viele Menschen kennen“, schwärmt sie. Schmuck,
der nicht den Besucher, sondern dessen Garten oder Balkon verschönern
soll, bieten Cornelia und Hartmut Rollnik an. Der familiäre Handwerksbetrieb
aus Münster vertreibt unter anderem farbenfrohe Vogelhäuschen
und großäugige Raben als Dekoration.
Fast alle Aussteller sind hauptberuflich Künstler
und müssen sich bei „Kunst und Kultur“ bewerben. „Wir
suchen die Künstler nach der Originalität ihrer Arbeiten aus“,
erläutert Höhne-Heeger den Auswahlprozess. Zudem soll das Angebot
abwechslungsreich sein, weshalb etwa 50 der Aussteller zum ersten Mal
an dem Markt teilgenommen haben. So konnten die Besucher aus einem vielfältigen
Angebot an Filzwaren, Handtaschen in fast jeglicher Form und Farbe, Keramikarbeiten,
Honig, Kerzen und vielem mehr auswählen.
Zum 30. Kunsthandwerkermarkt im März des nächsten
Jahres wollen sich Höhne-Heeger und ihr Team etwas Besonderes einfallen
lassen. „Was das ist, will ich aber noch nicht verraten.“
(Dieser Artikel erschien so auch in der Print Auflage des Kölner Stadtanzeigers)



